gefressen, gesoffen, gefeiert

... Schlitten gefahren, spazieren gegangen, Schneejoggen gewesen, Schneebälle verschmissen, Geschenke verschenkt. Und natürlich am Auto repariert. Das war Weihnachten nullsieben in Langenwolschendorf (ja, der Ort heisst wirklich so). Also alles ganz großartig, friedlich, festlich, feierlich.

Einziges Problem: Otti ist ziemlich mit den Nerven fertig, weil er vor lauter Weihnachtsaufregung (Weihnachtsmann, Geschenke, fremde Omas zu Besuch, Leckeressen rund um die Uhr, Schnee vor der Tür, Schlitten am Hund, uswusf.) nicht mehr zum Schlafen kommt. Normale Hundlinge hauen sich tagsüber einige Stunden aufs Ohr (und in der Zuhausewohnung klappt das inzwischen auch, nachdem der Nachbar vom Status des Feindes in den des Keksfütterers wechselte und nicht mehr IMMMER bebellt werden muss) und ruhen sich zwischen den verschiedenen Spaziergängen und Mahlzeiten aus; im elterlichen Haus funktioniert das aber aus verschiedenen Gründen nicht:

  1. Es gibt VIEL mehr und VIEL besseres Essen als zu Hause. Und zwar VIEL häufiger. Zwar nur für Nicht-Hunde, aber so weit ist Otti in seinen Überlegungen noch nicht fortgeschritten; daher muss er immer dort wachen, wo gerade Essenausgabe (bzw. -zubereitung) stattfindet. Und das ist häufig an mehreren Orten gleichzeitig; das ist anstrengend :-(

  2. Es gibt VIEL mehr und GANZ andere Menschen als zu Hause. Die wurden zwar inzwischen alle schon mal gesehen/getroffen/gerochen, aber ALLE Omas kann sich selbst der beste Spürhund nicht merken, was dazu führte, dass Otti gelegentlich eine der Großmütter versehentlich für einen Einbrecher hielt und dementsprechend, äh, begrüßte.

    Außerdem darf die Juli-Schwester inzwischen auch Herrenbesuch empfangen bzw. mit nach Hause bringen, und da sie von diesem Recht ausgiebig Gebrauch macht, muss sich Ottokar jetzt auch noch fremde Männergrüche merken! Zwar (Entwarnung!) nur einen, aber selbst der scheint ihn zu überfordern, so dass beim Eintreffen dieser Person, nennen wir sie einfach Stephan, IMMER, also JEDES MAL aufs Heftigste gemeldet werden muss, dass sich Fremdkörper dem Haus nähern. Selbstverständlich nur von unterm Bett aus, da ist es wenigstens sicher.

  3. Es gibt VIEL mehr Katzen (!!!) als zu Hause. Nämlich genau eine – aber die kämpft, faucht und beißt wie eine ganze Katzenkompanie, und während sich Pebbles bescheiden im Hintergrund hält, sieht Otis es als seine Hundeehre an, wenigstens gelegentlich auch mal was zu entgegnen. Dann schreit die Großmutter, die Schwester lacht sich kaputt, und ich möchte auswandern.

  4. Es gibt einen Schlitten. Ja-ha-haaa! Den haben wir zwar heute erst auf dem Dachboden gefunden, aber hätte ich gewusst, wie, nun ja, BEGEISTERT Ottokar auf diese Neubeschäftigung reagiert, hätte ich uns den Spaß sicher schon vorher mal gegönnt!

    Möglicherweise finde ich später jemanden, der weiss, wie man hier Fotos reintut; dann kann jeder sehen, wie Otis – Schwanz zwischen den Beinen, im Po versteckt – mit tiefliegenden Ohren und verzerrtem Gesichtsausdruck die Flucht ergreift. Jaaaaa, Schlitten sind BÖÖÖSE.

Nun ist der arme Otishund psychisch arg mitgenommen und musste sich aus diesem Grund vor einer halben Stunde ein bisschen in mein Bett legen. Aber psssssst!

Verfasst von jenni am Mittwoch, dem 26. Dezember 2007 um 17:54 Uhr, letzte Änderung am Mittwoch, dem 26. Dezember 2007 um 18:59 Uhr.

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