Aschenputteljob
Eigentlich ist das Baby ja krank. Und zwar sehr; gestern früh (soll heißen, Sonntag FRÜH nach der Zeitumstellung) kreuzten wir schließlich beim Notdienst auf, weil mir 40,4 Grad Fieber auf Dauer dann doch etwas viel erschienen und auch Wernis körperliche Gesamtverfassung allerlei Wünsche offen ließ.
Beim Doc fand man dann auch eine erwachsene Angina, inklusive vereitertem Hals, im Zwerg, was immerhin erklärte, warum er schon seit einiger Zeit nicht mehr so zu Scherzen aufgelegt und am Abend vorher in der Badewanne eingeschlafen war. Er bekommt jetzt Antibiotika und Fieberkram und Hustenkram und so weiter. Schmeckt angeblich alles nach Pfirsich und Erdbeeren, und er nimmt es auch erstaunlich gut; ich hatte eigentlich mit Arzneikrieg gerechnet.
Den sonntäglichen Nachmittag verbrachten wir im Zoo, da es sich nur dort aushalten ließ. Zu Hause ist der Sohn zu schwach zum Spielen und weint die ganze Zeit, und im Park ist es ihm zu langweilig, und er weint die ganze Zeit. Also ab zu den Flamingos. Seinen Lieblingsflamingos, die immer schon kurz hinterm Eingang auf ihn warten und ihm jedes Mal fröhliches Fingerzeigen entlocken. Gestern waren sogar die Flamingos blöder Mist. Lias lag wie ein geprellter Frosch im Wagen und zeigte weder eine Gefühls- noch irgendeine andere Regung. Immerhin gab's viel zu sehen, denn außer uns waren noch ca. 30 000 andere Kinder unterwegs, die sich hauptsächlich auf der kleinen bunten Eisenbahn befanden und Krach machten. Später guckten wir den Löwen beim Ballspielen und den Hyänenkindern beim Baden zu. Und fütterten Spatzen. Letztlich hatte ich den Zwerg soweit, dass er mir wenigstens ab und zu ein kleines Lächeln schenkte; geschlafen hat er selbstverständlich nicht.
Heute morgen: wieder Fieber. Und zwar nicht zu knapp. Darauf hatte uns die rrrrussische Ärztin zwar vorbereitet, aber bei einem heißkranken Werni nützt alle Vorbereitung nichts, da muss man tapfer (nach Möglichkeit auch nervlich stark belastbar) sein. Wir nahmen allerlei Arznei und trollten uns mit den Hunden in den Park (welcher, obwohl Frühling versprochen worden war, uns mit ganzen 4 Plusgraden begrüßte, die Sau!), während der Babba nach Fränkfort fuhr. Am Main, natürlich.
Unterwegs gönnte sich der Sohn –Gott sei Dank– einen Sekundenschlaf und überraschte mich bei unserer Rückkehr nach Hause mit nicht mehr ganz so schlimmer Laune; da mussten dann auch gleich –zack zack– die Sandschaufeln her und der Eimer und die Gießkanne! Wie gewohnt widmete er sich dann aber doch nicht einem gepflegten Burgenbau im neuen Sandkasten @Balkon, sondern begann –hoch konzentriert und mit roten Bäckchen–, das Seramis ins Hundetrockenfutter zu sortieren. Und umgekehrt.
Tja, und SO erklärt sich die heutige Überschrift. Denn diese Beschäftigung hielt er lange durch; ratet mal, was ich nachher zu tun habe …
ein Leserbrief
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Re: Aschenputteljob
heile heile segen, sieben tage regen, sieben tage schnee - dann tut's auch nicht mehr weh.
(von den jewels sieben tage, ziehen wir die ab, die er schon mit fiebern verbracht hat - geht so schneller)
gruß und kuss und vielleicht sehen wir uns mittwoch :-)autor: jujUju — 2009-03-30 14:51:18