Endlich ein Grund zur Panik.

Termin hierfür: 30. April, 13:20 Uhr, Standesamt Leipzig. Protagonisten: Matze & Nadine.

Denn: „Wir haben die Pilotspur für eine gemeinsame Zukunft aufgenommen und arbeiten nun künftig unter einem Label. […] Show- und Pauseneinlagen koordinieren unsere sympathischen und äußerst gut aussehenden Trauzeugen Stephanie Hahn und Robert Lillack.“

Ha! Natürlich war der Freund ungeheuer stolz und wusste im ersten Moment gar nicht, durch welchen Umstand ihm derartige Ehre zuteil wurde. Kurz darauf wurde ihm jedoch außerdem bewusst, dass er trotz seines blendenden Aussehens nicht die leiseste Ahnung hatte, was die Arbeit eines brillanten Trauzeugen auszeichnete.

„Ein Trauzeuge ist eine benannte Person, die bei einer Eheschließung anwesend ist und diese bezeugen kann. Üblich ist, dass ein Trauzeuge auch nach der Heirat als Ansprechpartner und ggf. als Vermittler für die Eheleute zur Verfügung steht.“ Die Anwesenheit bei der Eheschließung dürfte keine Problem darstellen, dachte der Trauzeuge, und als Ansprechpartner steht er ja ohnehin immer gern zur Verfügung. Aber was meinten die mit „Show- und Pauseneinlagen“?!!

(Übrigens: In Uganda ist es die Aufgabe des Trauzeugen – über die oben genannte Pflicht hinaus – das Brautpaar durch die „Wege der Ehe“ zu führen. Das bedeutet, dass ein Trauzeuge idealerweise verheiratet sein sollte (mit einer einzigen Frau) und mit seiner Erfahrung helfen kann. Als Eingeweihter muss er mit den Details diskret umgehen, die er mit dem jungen Paar teilt. In Kenia ist es die Pflicht des Trauzeugen, die Ehre des Brautpaares zu verteidigen. Das bedeutet, dass er dafür einsteht, wenn ein Dritter die Ehre beider bzw. einer der Ehepartner, z.B. die Jungfräulichkeit der Braut, anzweifelt. Hierfür muss er gegebenenfalls auch einen sog. Verteidigungseid bei Gericht bzw. – soweit kulturell vorgesehen – beim Stammesältesten ableisten. In Schottland war vor hunderten von Jahren der Trauzeuge eher ein Komplize. Wenn ein Mann eine Frau haben wollte, dann nahm er sie sich schlicht. Da dies auf eine Entführung hinauslief, musste er annehmen, dass die Familie der jungen Frau dagegen etwas unternehmen würde, womit der Bräutigam nicht nur Mut, sondern auch Hilfe brauchte. Er suchte nur die besten und tapfersten seiner Freunde aus. Sagt Wikipedia.)

Zum Glück schrieben wir zum Zeitpunkt des Einladungseinganges das Jahr 2008, und Grund zur Panik bestand beim Trauzeugen daher erstmal noch nicht. Er schob die Gedanken an seine zukünftige Verantwortung wie gewohnt beiseite und legte „Koordination …“ ganz unten auf der To–do–Liste ab; war ja noch viiiiel Zeit. In den darauf folgenden Wochen lebte der Trauzeuge sein gewohntes Leben zwischen Laptops, Servern und Kaffeemaschine, seiner Wohnung incl. Familie, Fitnessstudio (ha, reingefallen!) und Hundewiese weiter, gelegentlich an seinen großen Auftrag denkend, doch weiterhin noch recht ahnungslos und lediglich vage Pläne schmiedend …

Dann schließlich, es waren noch ungefähr fünf Tage bis zur Hochzeit, beschloss er, konkret zu werden. (Wer bereits das Vergnügen hatte, den Trauzeugen etwas näher kennenzulernen, ist mit dessen Vorgehensweise bei der Erledigung wichtiger Dinge und der Einhaltung offizieller Termine vertraut: Erst passiert lange nichts, aber wenn es dann mal losgeht, dann richtig!) In der nun folgenden Zeit tauchte er nur noch gelegentlich zu Hause auf, und auch dann nur, um KOORDINATION und ORGANISATION zu betreiben, ganz wie gewünscht. Von Hochzeitsprogrammplanung über Geschenkideeninitiierung und Rednerrekrutierung bis hin zu Junggesellenabschiedsteilnahmeverpflichtungen (incl. T-Shirtdruckung und table-dance-bar-Recherche) überließen Robert & Stephi nix dem Zufall und gehören daher an dieser Stelle noch einmal namentlich genannt und belobigt.

Die persönliche Teilnahme des Freundes war dann bereits zwei Tage zuvor vonnöten, als es darum ging, den Bräutigam zu einem letzten kleinen Beisammensein mit seinen ollen Kumpels zu ermuntern. (O-Ton Matcek: „Mit so einem blöden Scheiß wie Junggesellenabschied braucht ihr gar nicht erst anfangen, so einen Mist mach ich auf keinen Fall mit.“) … früh halb fünf war er dann wieder da – über alles weitere berichtet er, hoffentlich bald, an dieser Stelle.

Verfasst von jenni am Montag, dem 4. Mai 2009 um 21:22 Uhr.

5 Leserbriefe

j.

Re: Endlich ein Grund zur Panik.

Pfotooos büdde!!!

autor: j. — 2009-05-04 22:40:56
rob

Re: Endlich ein Grund zur Panik.

Sind im Pfliggr! Auf Einladung. Also Mail mit deiner Mailadresse an Rob.

autor: rob — 2009-05-05 08:30:59
j.

Re: Endlich ein Grund zur Panik.

...aber ich bin doch schon eingeladen und auch schon "drin" aber ich kann trotzdem keine Hochzeitspfotos sehen... %-/

autor: j. — 2009-05-05 20:27:44
rob

Re: Endlich ein Grund zur Panik.

Wo bist du „drin“? Du bist weder in meiner Kontaktliste als Freund oder Familie markiert (dann dürfest du die Bilder sehen), noch bist du in der Gruppe „Nadine & Matthias“ Mitglied (dann dürftest du sie auch sehen).

Hier ist die Gruppe. Da kannst du um Mitgliedschaft bitten:

http://www.flickr.com/groups/1053388@N25/

Und hier ist mein Profil. Da kannst du Kumpelin werden:

http://www.flickr.com/people/rockpiper/

j1oj1O!JO!J!OJ!!!

autor: rob — 2009-05-06 00:42:29
juli

Re: Endlich ein Grund zur Panik.

gut gemacht, rob! das mit dem nur-unter-großem-druck-arbeiten-können,-dafür-aber-mit-schmackes kenn ich übrigens.


ps: der mit dem fitnessstudio war fies. hehe.

autor: juli — 2009-05-06 02:01:29
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