"well advanced in pregnancy" (heute mal für besonders Interessierte)

Aus aktuellem Anlass (Beschwerde aus München) bin ich nun endlich mal wieder im Begriff, wertvolle (weil knappe) Zeit in die Aktualisierung unserer Familienchronik zu investieren –was ich natürlich ungeheuer gern tue, nur gab es in letzter Zeit nicht all zu viel Erfreuliches zu berichten. Und mit Unerfreulichem sollte man sich schließlich etwas zurückhalten -im Generellen, weil so etwas niemand gern liest, und im Speziellen, weil gelegentlich Omas einschalten, wenn es wieder heisst: Neues aus dem Zwergenalltag.

Jenen erzählt man unter Umständen besser erst im Nachhinein, dass sich Lias zwar von irgendwoher das Pfeiffersche Drüsenfieber beschafft hat (bemerkt am dicken Hals), sich aber dennoch ganz wohl zu fühlen scheint und offenbar nicht mal die sonst üblichen Symptome einer leichten bis mittelschweren Grippe auszustehen hat. Überhaupt, sagt Wikipedia, hatten das die meisten Erwachsenen ohnehin schon und haben es teilweise nicht mal gemerkt; wie gesagt: Symptome einer Grippe. Leider ist der Sohn noch eine geraume Weile ansteckend und darf daher nicht zur Tagesmutti gehen. Was das für MICH heisst, können nur wirklich Eingeweihte sich ansatzweise vorstellen.

Denn wie bereits erwähnt, fühlt Lias sich gut und ist im vollen Besitz seiner üblichen Energie (einschließlich seiner Ich-kann-abends-ewig-wach-sein-Akkus), welche inzwischen jedoch knapp meine eigene übersteigt, weil ich mir inzwischen nicht mal mehr Socken anziehen kann. Schlafen kann ich auch nicht mehr besonders gut, was nicht ausschließlich daran liegt, dass ich ca. 12x pro Nacht aufstehen muss, um nicht einzunässen. Aber hauptsächlich. (Weitere Exkurse in die Behinderungen einer Hochschwangeren kann man nachlesen hier an dieser Stelle vor ziemlich genau zwei Jahren und drei Monaten. Daher erspare ich allen alles andere.)

Der Sohn hat also weder Fieber noch sonstige ernsthafte Beschwerden und möchte selbstverständlich den ganzen Tag beschäftigt sein. Das ist anstrengend. Aber wenn er mal nicht beschäftigt sein möchte, beschäftigt er sich mit etwas selbst Gewähltem. Und das gefällt mir meistens auch nicht so gut.

regenwurms

Also haben wir in den letzten Tagen meistens die Gummitrikotagen rausgeholt (Ja, Pebbi hat auch eine Regenjacke.) und sind in den Park marschiert, um Regenwürmer zu retten. Man muss nämlich wissen: Die liegen in Pfützen und kämpfen ums nackte (ha ha) Überleben, und da Lias ausgesprochen tierlieb ist ("Otich - ab!"), kümmert er sich um jeden einzelnen persönlich. Mit einem Stöckchen wird der betreffende Wurm vorsichtig aus dem Wasser gehoben und bedächtig zur angrenzenden Wiese getragen. Bis zum Abschluss einer solchen Wurmmission vergehen unter Umständen einige Stunden. (Wenn ich mir nicht vorher eine neue Herausforderung einfallen lasse, wie zum Beispiel: "Wir müssen noch die Nilpferde füttern gehen!" Die auf dem Spielplatz, natürlich.)

Falls sich das Wetter wider Erwarten dieses Jahr noch ändern sollte, können wir vielleicht auch mal wieder woanders spielen. Dann hätte der Zwerg eventuell auch bessere Laune, denn im Moment mosert er mich den ganzen Tag an, weil ich nicht die Tine bin und er zu den anderen Kindern will, und hier sind ja nur Hunde und Muttern und überhaupt!

Glücklicherweise hatte er vergangenes Wochenende etwas bessere Laune – Wir waren in Dresden. Aber das schaffe ich jetzt nicht mehr.

Verfasst von jenni am Mittwoch, dem 2. Juni 2010 um 13:33 Uhr, letzte Änderung am Donnerstag, dem 3. Juni 2010 um 23:46 Uhr.

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