wieder da

Der neue Elternbrief (so etwas kriegt man automatisch vom Arbeitskreis Neue Erziehung e.V. zugeschickt, wenn einer mitbekommt, dass man Elter geworden ist) trägt –für das Alter 2 Jahre, 6 Monate– die Überschrift: Die leise Stimme der Vernunft.

Dass diese leise Stimme bei Lias so gut wie unhörbar ist, war ja schon lange klar, dass er jedoch sämtliche problematischen Verhaltensweisen, die in diesem Artikel als möglich angegeben wurden, täglich mehrfach zur Aufführung bringt, ist schon eine beachtliche Leistung.

So ist dort zum Beispiel von der kleinen Judith die Rede, die am liebsten Klopapierrollen durch die ganze Wohnung schlängelt, so dass die gesamte Familie nur noch zerknülltes benutzen kann. Oder von Paul, dem es der Pflanzenzerstäuber angetan hat. Pfft ins Bücherregal, pfft-pfft an die Wand und auf den Fernseher. Tja, und Lisa schmeisst ihr Spielzeug rum, wenn sie sich ärgert.

Und Lias? Der macht das alles auch, und er kann es sogar gleichzeitig! Und nicht nur, wenn er sich ärgert. Praktischerweise kriegt er auch dauernd Sachen geschenkt, die ungeheuer Krach machen; neulich war es eine Fussballfanfare als Mitbringsel aus Dänemark, –dabei war ich so froh gewesen, dass er das vuvuzelen noch nicht beherrscht hatte. Das neue begehbare Keyboard kann man zum Glück leise stellen :-)

Im Urlaub war das alles halb so schlimm, denn das Haus stand am Strand, darum ein großer Garten und daneben nur noch wenige Urlauber. Die waren ja alle wieder nach Hause gefahren, um ihre Keller auszupumpen. Außerdem bellte Otis den ganzen Tag die noch übrig gebliebenen Badegäste an, da hätte man Lias ohnehin nur schwer gehört.

Aber er hatte sowieso ganz viel anderes zu tun, denn trotz Kälteeinbruch und tagelangem Regen wurde uns nicht langweilig. (Schon weil ich den ganzen Tag Schlüpfer waschen musste. Wir haben die Topf-Sache geübt.) Es gab Gummistiefel, und es gab Spielplätze und den Strand. Und es gab die "Nuli"!

In seine Tante ist der Zwerg ungeheuer verliebt, was glücklicherweise auf Gegenseitigkeit beruht. Dennoch fühlte sich die Nuli nach zwei Tagen so k.o. wie schon lange nicht mehr, was daran lag, dass sie täglich bereits halb 9 (!) vom Neffen geweckt wurde. Und dabei hatte ich ihn zu dem Zeitpunkt schon seit zweieinhalb Stunden davon abgehalten. Da sie auch tagsüber seine Lieblingsspielgefährtin war, ging die Nuli irgendwann von ganz alleine früher ins Bett.

Die Prinzessin machte die meiste Zeit das, was sie noch immer am allerbesten kann; obwohl ich feststellen muss, dass sich ihre Wachphasen häufen und ausserdem länger dauern. Dann guckt & hört sie am liebsten beim Staubsaugen und Haarefönen zu. Also –ich muss dann mal.

Verfasst von jenni am Donnerstag, dem 9. September 2010 um 13:54 Uhr.

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