Ein offenes Geheimnis
Am Freitag habe ich meine Frau geehelicht. Und am Samstag nochmal.
Geplant hatten wir das schon länger – nur wissen sollte davon vorher keiner, damit wir uns weder weinenden Verwandten widmen müssen, noch Vorbereitungen für „die wichtigste Party unseres Lebens!!1“, die einerseits sowieso nur zum durchexerzieren zweifelhafter Bräuche (Strumpfband durchbeißen, mit der Brautmutter tanzen, …) missbraucht würde und andererseits unsere selbstgesteckten Erwartungen (siehe „die wichtigste Party unseres Lebens!!1“) nie und nimmer erfüllen könnte („Ja, wir gehen wirklich um zehn nach Hause: Wir haben Kinder.“)
Alles in allem also ein fluffiges Vorhaben: Heiraten, Essen gehen, Entspannen.
Wie sich allerdings herausstellen sollte, war unsere heimliche Vermählung mittlerweile zu einem offenen Geheimnis geworden, da sich meine von mir überaus geschätzte Ehefrau in einer unachtsamen Minute verplapperte …
Eins kam zum anderen, und irgendwann stand Lias' Tagesmutter vor meinem Büro und wollte eine Liste mit Telefonnummern haben, um die Gäste für die Hochzeitsfeier einzuladen – zähneknirschend fertigte ich eine solche an (sortiert nach „Priorität“ und mit bissigen Kommentaren versehen – ratet mal, wie Frau H. zum Thema Datenschutz steht …) und, wie ich später erfahren sollte, bekamen bereits wenige Minuten später die ersten Gäste aufgeregte Anrufe und SMS von der ihnen unbekannten Organisatorin.
Unsere Eltern waren natürlich besonders erfreut, die frohe Kunde einerseits nicht von uns persönlich zu hören und andererseits nicht mit uns darüber sprechen zu dürfen. Immerhin dachte ja zumindest Adrienne noch immer, dass wir diejenigen sein würden, die hier jemanden überraschen könnten …
Kurzum, wie ursprünglich geplant, haben wir uns am 8. Oktober das Ja-Wort gegeben. Die Trauung war ein wundervolles Erlebnis und wir freuen uns auch im Nachhinein, den sehr kleinen Kreis gewählt zu haben. Aber das was danach kam, verdient einen eigenen Artikel.
ein Leserbrief
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Re: Ein offenes Geheimnis
Was DAVOR kam, aber eigentlich auch.
In Kürze: Schkeuditz, Mitte Juli. 38 Grad im Schatten, wir zwei mit der neuen Püppi beim ersten Spaziergang – ein mal rund um die Klinik. Muttern hält wacker durch, fühlt sich aber etwas schwach.
Keine Rosen, kein riesiger Klunker – aber die Frage der Fragen und dann noch ein Kniefall. Wer kann dazu schon Nein sagen.autor: Jenni — 2010-10-10 21:57:56
